KI in Museen

Das Projekt „KI in Museen“ wird mit rund 2,25 Millionen Euro von der VolkswagenStiftung gefördert.

Die Abteilung Digitale Bibliothek der VZG startet zum 01.01.2026 ein von der VolkswagenStiftung mit rund 2,25 Millionen Euro gefördertes Projekt. Gemeinsam mit der Jade-Hochschule Oldenburg, der Georg-August-Universität Göttingen, der Leuphana Universität Lüneburg und der Technischen Informationsbibliothek Hannover wird die Unterstützung der Arbeit in Museen durch Künstliche Intelligenz erforscht.

Museen bewahren nicht nur wertvolle Objekte, sie sind auch Orte des Wissens. Doch ein Großteil dieses Wissens bleibt bislang im Verborgenen: Viele Sammlungen sind nur unvollständig dokumentiert, Herkunftsgeschichten sind schwer nachzuvollziehen und die vorhandenen Daten sind häufig nicht miteinander verknüpft. Ein neues Forschungsprojekt will das nun ändern. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) soll die Erschließung, Analyse und Präsentation von Museumsdaten entscheidend vorangebracht werden.

Mit dem neuen Forschungsprojekt positioniert sich das Land Niedersachsen als Vorreiter, um neue Standards für den Umgang mit digitalen Kulturdaten zu setzen. „Dieses Projekt stärkt die digitale Zukunft unserer Museen. Künstliche Intelligenz, systematisches Datenmanagement und gezielte Provenienzforschung eröffnen neue Möglichkeiten, Werke besser einzuordnen, die wissenschaftliche Recherche effizienter zu gestalten und verborgene Zusammenhänge sichtbar zu machen. So entstehen neue Impulse für die Forschung und ein tieferes Verständnis unserer Kulturgeschichte. All das unterstützen wir mit großer Überzeugung“, sagt Falko Mohrs, Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur. Für Besucherinnen und Besucher könnte das künftig ganz konkrete Folgen haben: digitale Kataloge, die nicht nur eine Liste von Objekten zeigen, sondern deren Geschichten gleich mitliefern. Ausstellungen, die Hintergrundinformationen auf Knopfdruck liefern oder Forschungsportale, die Sammlungen aus verschiedenen Museen miteinander vernetzen.

Das Forschungsprojekt gliedert sich in vier Arbeitspakete, die jeweils unterschiedliche Herausforderungen im Museumsbereich aufgreifen:

  1. Provenienzforschung: Hier steht die Herkunft von Museumsobjekten im Mittelpunkt. Die Provenienzforschung untersucht zum Beispiel, ob Exponate während der NS-Zeit oder in kolonialen Kontexten geraubt oder auf unethische Weise entzogen wurden. Künstliche Intelligenz unterstützt dabei, indem sie große Datenmengen erschließt und intelligent durchsuchbar macht. So lassen sich Verdachtsmomente oder Wissenslücken systematisch erkennen.
  2. Digitale Erschließung: Einige Sammlungen wurden bislang nur in kleinen Teilen durch intensiven manuellen Aufwand erfasst. In diesem Arbeitspaket sollen aktuelle KI-Methoden genutzt werden, um Bilder und Artefakte automatisch zu kategorisieren und zu beschreiben. Kombiniert mit effizienten Such- und Visualisierungsmethoden ermöglichen diese Ansätze Fachleuten eine schnelle Überprüfung und Validierung der Vorschläge. Dies ermöglicht eine systematische Erschließung großer Bestände und verbessert die Durchsuchbarkeit und Exploration von Museumsdaten.
  3. Anreicherung von Metadaten: Ziel der Pilotphase ist die Anreicherung von antiker Skulpturplastik durch wissenschaftliche Textquellen. So werden unter anderem historische Grabungsberichte automatisch ausgewertet, so dass die Objekte zusätzliche Informationen erhalten, beispielsweise über Fundorte oder historische Bezüge. Diese Daten werden anschließend in digitale Systeme eingespeist und sind damit für die Wissenschaft leichter nutzbar.
  4. Betriebsmodelle für die Praxis: Langfristig sollen die neuen Werkzeuge nicht im Labor bleiben, sondern ihren Weg in den Museumsalltag finden. Dazu braucht es tragfähige Konzepte für Technik und Organisation. Getestet wird dies unter anderem auf der KI-Plattform CoSAIR der Jade Hochschule.

Weitere Informationen im Jade Newsroom der Jade Hochschule.

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