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Horst Rummel - Wie sind wir GBVdirekt Bibliothek geworden?

2. Verbundkonferenz des GBV - 1998 - Horst Rummel

Horst Rummel, BIS Oldenburg:

Wie sind wir GBVdirekt Bibliothek geworden?

Immer wieder kommen Benutzer in die Fernleihen von Bibliotheken mit dem Wunsch, Eilbestellungen abzusetzen. Sie sind auch immer bereit für diese Sonderleistung zu zahlen.

Schnell werden Kataloge gesichtet und nach besitzenden Bibliotheken recherchiert.

Das Telefon oder Faxgerät wird als Bestellmedium genutzt und die Lieferung meist per gelbe Post übersandt. Diese Vorgänge sind meist umständlich, kostenintensiv und längerdauernd.

Mit der Anschaffung einer ARIEL-Anlage im Jahre 1995, bestehend aus einem Windowsrechner, einem schnellen Einzugsscanner sowie einer Software, die die eingescannten Aufsätze via File-transfer-protokoll (FTP) unter Angabe einer Zieladresse, der Internet Protokolladresse, kurz IP genannt, verschickt, waren wir erstmals in der Lage, Dokumente elektronisch zu versenden bzw. die Artikel papierfrei zu liefern. Mit der eingesetzten Faxkarte konnte eine Bestellung auch DIREKT zum Besteller, elektronisch eingepackt, verschickt werden.

Sehr schnell wurde durch die erst lockeren Verbindungen zu Bremen, Osnabrück, Groningen und Twente ein fester Verbund geschlossen und ein Dokumentlieferdienst, im Rahmen der Neuen Hanse Interregio, ins Leben gerufen.

Die Neue Hanse Interregio (NHI) - ein Zusammenschluß vier niederländischer Provinzen und der deutschen Bundesländer Bremen und Niedersachsen - hat seit ihrer Gründung im März 1991 ein breites Spektrum von Kooperationszielen in den Bereichen Umwelt, Forschung und Entwicklung, Wirtschaft und Verkehr definiert.

Im Bereich Forschung und Entwicklung wurde eine Fachkonferenz Bibliotheken, bestehend aus der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, der Universitätsbibliothek Groningen, dem Bibliotheks- und Informationssystem der Universität Oldenburg, der Landesbibliothek Oldenburg, der Universitätsbibliothek Osnabrück und der Universitätsbibliothek Twente gebildet. Die beteiligten Bibliotheken streben eine enge, grenzüberschreitende Zusammenarbeit zur gezielten Förderung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Neuen Hanse Interregio an. Die Kooperation umfaßt insbesondere gemeinsame Projekte im Rahmen des Fernleihverkehrs zwischen den Bibliotheken unter Einbeziehung der technischen Möglichkeiten für eine schnelle Dokumentlieferung auf elektronischer Basis (Lieferung von Zeitschriftenaufsätzen in wenigen Tagen).

Außerhalb des NHI-Verbundes gesellten sich die Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen und die Technische Informationsbibliothek (TIB) Hannover hinzu, so daß der Kreis der Schnelliefernden größer wurde.

Eilige Bestellungen können somit innerhalb von wenigen Tagen bzw. Stunden erledigt werden, sofern die gebenden Bibliotheken mitspielen.

Ein Zusammenführen der Bestände der NHI-Partner wurde über das PICA-System realisiert, auch über das World Wide Web wird es bald möglich sein, daß jeder Benutzer recherchieren und bestellen kann.

Elektronik-Mail wird zusätzlich eingesetzt, um Bestellungen anzunehmen oder weiterzuleiten. Auch Anfragen, Rückfragen oder andere Informationen können hierüber schnell ausgetauscht werden.

Dieser NHI-Dienst setzte sich durch, und es wurden in einer Testphase überwiegend Zeitschriftenaufsätze zwischen den NHI-Partnern kostenlos bestellt bzw. geliefert. Die Qualität der Lieferungen war gut bis sehr gut und die Lieferzeiten außergewöhnlich kurz.

Auch der Einsatz einer Datenbank aller weltweit registrierten ARIEL-Stationen, es sind z. Zt. ca. 800, verhalf oft zu einer elektronischen Lieferung einer Eilbestellung aus dem Ausland.

Durch diese relativ preiswerte Anschaffung der Station stand der Weg frei für einen elektronischen Dokumentlieferdienst.

Da unsere Zeitschriftenbestände vom Inhalt her gut sortiert sind, lag es nahe, diese Bestände noch mehr dem Fernleihverkehr zur Verfügung zu stellen. So sollen sie den Hochschullehrern, den Studierenden, den am internationalen Leihverkehr teilnehmenden Bibliotheken als auch dem kommerziellen Kunden als aktuelle Informationsquelle schnellstens zugänglich sein. Dies wurde 1993 mit der Datenübernahme in das PICA-System zusätzlich realisiert, so daß über die eigene Homepage oder die Homepage der GBV-Verbundzentrale Göttingen die eben genannten Interessengruppe einen recherchier- und onlinebestellbaren Bestand finden.

Durch Freischalten im Bibliotheksprofil des PICA-Systems wurde das Bibliotheks- und Informationssystem der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg GBV-direkt-Lieferant und bekommt seitdem täglich Dierektbestellungen ins Haus.

Das Internet erlaubt heute dem Benutzer in den Datenbanken des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes (GBV) von jedem Ort, sofern eine Internetverbindung besteht, zu recherchieren und das Gefundene online zu bestellen.

Ist die eingegebene Zugangskennung eine GBVdirekt-Kennung, so werden die GBVdirekt-Bibliotheken angesprochen und können die Bestellung umgehend bearbeiten.

Da schon viele "Kunden" einen Internetanschluß besitzen, somit auch über E-Mail erreichbar sind, lag es auch nahe, die Bestellungen via mail als Attachment zu liefern.

Die ARIEL-Software ab der Version 2.0 erlaubt jetzt eine Lieferung via E-Mail. Ein Einscannen der Literatur und ein anschließendes Versenden aus dem gleichen Programm heraus erleichtern und beschleunigen die Bearbeitung sehr. Ein umständliches Scannen, Komprimieren der Daten und Anhängen an eine Mail entfällt, da im ARIEL-Programm alles vereinigt ist.

Eine zusätzliche Erleichterung der Scantätigkeit bieten die MINOLTA Buchscanner, die eine Zwischenkopie unnötig machen und dadurch Kosten verringern helfen.

Hat der Besteller im Virtuellen-Bestellformular eine elektronische Lieferung gewählt und die Lieferung als E-Mail bestimmt, wird wie eben beschrieben verfahren und DIREKT zugestellt.

Ist der Lieferwunsch auf Postversand bestimmt worden, werden Kopien angefertigt und innerhalb von 72 Stunden postalisch aufgegeben. Eine Lieferung innerhalb von 24 Stunden wird gegen Aufpreis erbracht.

Der Entschluß, GBVdirekt-Bibliothek zu werden, wurde durch die neuen Techniken und Internetentwicklungen sehr erleichtert, so daß eigentlich jede Bibliothek zur GBVdirekt-Bibliothek werden könnte, vorausgesetzt es ist ausreichend Personal vorhanden, welches sich für eine gut funktionierende Fernleihe einsetzt.

Dazu gehören Bestandsverwalter, Scanoperatoren, EDV-Spezialisten, Fernleihkräfte und Sie, die vielleicht hierüber entscheiden.

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