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Dieter Laßke - Dokumentlieferdienste im GBV

2. Verbundkonferenz des GBV - 1998 - Dieter Laßke

Dieter Laßke, ULB Halle:

Dokumentlieferdienste im GBV


Mit Hilfe von Fördermitteln haben wir nach der Wende in erheblichem Maße Bestandslücken schließen und neue Literatur anschaffen können. Parallel dazu wurde der Einsatz der EDV vorangetrieben, und die für uns sehr hilfreichen partnerschaftlichen Beziehungen zu Niedersachsen mündeten in der vertraglichen Vereinbarung eines Bibliotheksverbundes.

Das ist für uns nun schon lange Normalität und inzwischen haben wir alle etwa die gleichen Sorgen und Probleme (meist mit dem lieben Geld) .

Man erwartet von uns als Universitäts- und Landesbibliothek aber natürlich weiterhin, daß wir die für Lehre und Forschung benötigte Literatur bereitstellen. Da unsere Erwerbungsmöglichkeiten zunehmend eingeengt werden, müssen wir uns um neue Angebote bemühen, und darum geht es ja auch in diesem Workshop.

Um unsere Strategie beim Aufbau von Dokumentlieferdiensten zu verdeutlichen, möchte ich einige Angaben zu Aufbau und Struktur unserer Bibliothek machen.

  • Als Universitäts- und Landesbibliothek haben wir Versorgungsaufgaben für die Universität (sie bilden den Schwerpunkt), aber gleichzeitig auch Versorgungsaufgaben als Landesbibliothek wahrzunehmen.
  • Nach der Wende haben wir das einschichtige Bibliothekssystem beibehalten. Dessen Vorzüge sind aber, wie auch schon früher, dadurch eingeschränkt, daß die Einrichtungen der Universität und auch die Zweigbibliotheken über die ganze Stadt verstreut sind. Die Zweigbibliothek der Technischen Fakultät befindet sich vorläufig noch im benachbarten Merseburg.
  • Im Ergebnis dieser Zersplitterung betreiben wir z. Z. noch fast 90 Zweig-bibliotheken, von denen knapp 2/3 hauptamtlich besetzt sind.
  • Die vom Senat der Universität beschlossene Bibliothekskonzeption 1995 - 2005 sieht vor, die Vielzahl der Zweigbibliotheken zu einigen wenigen Fachbereichsbibliotheken zusammenzufassen, und der Anfang ist auch gemacht. Aber letztlich bestimmen natürlich nicht nur die Aktivitäten unserer Bibliothek das Tempo dieses notwendigen Konzentrationsprozesses, sondern auch die Fortschritte der Fachbereiche selbst. Wir versuchen deshalb uns durch ständige Einflußnahme gegenüber den Fachbereichen und der Universitätsleitung in diesen Prozeß einzubringen.

Es bleibt also festzustellen, daß alleine wegen der Zersplitterung der Bestände unsere Voraussetzungen für eine aktive Teilnahme an Dokumentlieferdiensten nicht optimal sind. Die Möglichkeit z. B. die Zeitschriftenbestände zumindest zwischenzeitlich stärker in der zentralen Bibliothek zu konzentrieren, besteht nicht. Die Haltung von Dubletten verbietet sich aufgrund der Finanzsituation.

Wir mußten deshalb versuchen, durch verstärkten und gezielten Einsatz der EDV-Technik das vorgenannte Handicap auszugleichen.

In Vorbereitung von GBVdirekt bzw. subito wurden neue technische Lösungen für die Dokumentlieferung entwickelt und in die Praxis umgesetzt. Diese wollten wir nutzen.

Unter Verzicht auf die Nennung technischer Details ist dazu folgende Ausstattung erforderlich: ein PC mit Internet-Anschluß, ein Scanner, ein Drucker, eine entsprechende Software (Ariel) und ein leistungsfähiges Netz. Eine solche Station kann nicht nur Online-Bestellungen annehmen, sondern auch Dokumente scannen und per Filetransfer an eine andere Scannerstation, eine Fax- oder e-mail-Adresse übermitteln.

Auf die allgemeinen Konditionen der neuen Schnellieferdienste will ich hier nicht eingehen. Sie sind ja vielfach veröffentlicht.

Eine Fernleihanalyse erleichterte uns die Auswahl der Zweigbibliotheken, die für eine Ausstattung mit solchen Scannerstationen in Frage kamen. Das Ergebnis der Fernleihanalyse bestätigte grundsätzlich unsere bisherigen Erfahrungen, daß mit Abstand die Medizin und dann die Naturwissenschaften und die Technik das höchste Fernleihaufkommen hinsichtlich Zeitschriftenaufsätzen haben.

Auf der Grundlage der Analyse und unserer finanziellen Möglichkeiten wurde dann das Konzept zur Dokumentlieferung erstellt.

Die kompletten Sende- und Empfangsstationen haben den Probebetrieb aufgenommen. Die Ausstattung der print-only-Stationen ist in Vorbereitung, und wir bemühen uns um die Einbeziehung der nicht universitären Partner des LBS.

Mit der vorhandenen und im Aufbau befindlichen Technik wollen wir aber nicht nur die Dienstleistungen im Rahmen von GBVdirekt/subito realisieren, sondern auch die Dienstleistungen für die Wissenschaftler unserer Universität auf ein höheres Niveau heben.

Unter Nutzung der Scannerstationen haben wir begonnen, unter dem Namen HARIEL einen Dokumentlieferdienst an der Universität aufzubauen.

Aus einer Top 100 - Liste von Zeitschriftentiteln können über die Homepage der ULB Zeitschriftenaufsätze bestellt werden. Die Bestellung erfolgt über ein strukturiertes Formular. Lieferanten sind die Bibliotheken mit einer Scannerstation und einige zugeordnete Zweigbibliotheken. Die Lieferung geht ausschließlich über Filetransfer an e-mail- bzw. Fax-Adressen der Uni-Domain.

Zumindest vorläufig ist dieser Dienst kostenlos.

Wir wollen die Zahl der einbezogenen Zeitschriftentitel kontinuierlich erhöhen und weiten deshalb schrittweise den Dokumentlieferdienst auch auf nicht in der TOP 100 - Liste ausgewiesene Zeitschriften aus. Diese Bestellungen werden durch die Interessenten über eine einfache unstrukturierte e-mail ausgelöst.

Der neue Dokumentlieferdienst innerhalb der Universität erweitert unser Dienst-leistungsspektrum und wird gut angenommen.

Die normalen Fernleihbestellungen werden nun schon seit mehreren Jahren in der gebenden und nehmenden Fernleihe, so weit wie möglich, online innerhalb des GBV abgewickelt; anfangs ausschließlich durch die BibliothekarInnen unter Nutzung des PICA-Fernleihsystem. Nachdem der Verbundkatalog und weitere Datenbanken über WWW zur Verfügung standen, konnten die Endnutzer selbständig online bestellen. Der Effekt dieser normalen Online-Fernleihe lag aber nur in einem beschleunigten Bestellvorgang. Die Lieferung erfolgte wie zuvor per Post oder Bücherauto an die Bibliothek des Bestellers.

HARIEL und GBVdirekt/subito bringen uns darin einen Schritt weiter voran.

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