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Einige Ergänzungen aus der Sicht eines anderen Verbundteilnehmers, der ein PICA-fremdes Lokal-System einsetzt

Zum besseren Verständnis hier ein paar Kurzinformationen zum HWWA: Die Bibliothek des HWWA besteht seit 1908 und ist mit einem Bestand von mehr als 1,1 Mio. Bänden und über 14.000 laufenden periodischen Veröffentlichungen eine der großen Spezialbibliotheken der Welt für den Bereich der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Ergänzt werden diese Bestände noch durch eine Pressedokumentation mit mehr als 18 Millionen Presseausschnitten seit 1908.

Das HWWA hat sich schon frühzeitig dem Verbundgedanken verbunden gefühlt und sich deshalb zuerst dem Hamburger Bibliotheksverbund seit 1987, dann dem Norddeutschen Bibliotheksverbund und jetzt dem Gemeinsamen Bibliotheksverbund angeschlossen, um seine Spezialbestände einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Dabei spielte vor allem auch der Nachweis von Zeitschriftenaufsätzen aus dem wirtschaftswissenschaftlichen und wirtschaftsempirischen Bereich eine große Rolle.

Aus der Zeit von 1987 bis September 1995, dem Abbruch des BIS-Systems im Norddeutschen Bibliotheksverbund sind im PICA-Verbund vom HWWA rund 120.000 Zeitschriftenaufsätze nachgewiesen. Der Alleinbesitz-Nachweis des HWWA im Verbund bei Monographien liegt zur Zeit bei nahezu 40 % , was die herausragende Bedeutung für den Literaturnachweis im Verbund - besonders im Hinblick auf die durch das HWWA weltweit beschaffte graue Literatur -dokumentiert.

Das HWWA hat sich im Hinblick auf die elektronische Erfassung zunächst der BIS-Software auf dem Verbundrechner bedient und dabei in den lokalen Dateien auch eine umfangreiche thesaurusgestützte Sacherschließung betrieben. Parallel unter Nutzung des BS 2000-Rechners des Verbundes wurde eine vom HWWA in Auftrag gegebene Software für Thesaurus-Pflege, erweitertes Retrieval mit Linkstrunkierung, Hierarchie-Recherchen und Umfeld-Recherchen auf Basis des im HWWA entwickelten hierarchisch strukturierten Thesaurus Wirtschaft implementiert.

Mit dem Übergang zum GBV mußte für diese Software-Bereiche ein neuer Rechner gefunden werden, der unsere BS2000-Anwendung des BIS unterstützte, da das LBS kurz- und mittelfristig nicht in der Lage gewesen wäre, die Anforderungen des HWWA auch nur annäherungsweise abzubilden. Ein eigener BS2000-Rechner mit dem damit verbundenen Operating verbot sich aus Kostengründen, so daß nach den Möglichkeiten eines Outsourcing geforscht wurde. Gleichzeitig mußt unbedingt erreicht werden, daß kein Tag Produktions- und Recherche-Unterbrechung eintrat.

Mit der Fa. SIEMENS BUSINESS SERVICES, einem Tochterunternehmen von SIEMENS wurde im Juni 1995 ein Vertrag zur Nutzung eines BS 2000-Rechners in Hamburg geschlossen; zwischenzeitlich steht dieser Rechner in München, über den auch vielfältige Druckprogramme zur Erstellung von Bibliographien, Profildiensten und der Abzug für die CD-ROM WISO II und die HWWA-Datenbanken auf den Hosts GENIOS und GBI läuft.

Erreicht war mit dieser Umstellung zunächst einmal der kontinuierliche Zugriff auf die bis dahin vorhandenen 180.000 Datensätze für das Retrieval und in der Tat hatten wir bei der Umstellung keinen Tag Ausfall zu beklagen.

Mit dem Zeitpunkt des Übergangs auf den GBV wurde die Katalogisierung auf PICA umgestellt, ohne daß uns die neuen PICA-Daten - wie notwendig - im lokalen BIS-System zur Verfügung standen; eine denkbar ungünstige Situation, da Benutzer zwar Titelhinweise im GBV mit Standort HWWA vorfanden, diese aber in unserem lokalen System nicht nachgewiesen wurden, was zu erheblichem Erklärungs-Notstand in der bibliothekarischen Auskunft führte.

Um möglichst schnell die Kopplung zwischen dem PICA-System und dem lokalen System herzustellen wurde mit der Fa. DABIS bzw. GEOTRONIC ein Vertrag zur Entwicklung einer online-Schnittstelle zwischen PICA und BIS-LOK geschlossen, da das HWWA zum damaligen Zeitpunkt noch davon ausging, BIS-LOK als lokales System in Ablösung des Mainframe-Systems BIS einzusetzen. Unglücklicherweise war aber die Weiterentwicklung des BIS-LOK so unzureichend, daß sich das HWWA entschloß, für einen begrenzten Zeitraum in der BS2000-Welt zu bleiben, den BIS-LOK-Vertrag zu kündigen und einen neuen Vertrag über das BIS mit den dort vorhandenen Funktionen von Erwerbung, Zeitschriftenverwaltung, Ausleihe und WIN-OPAC als Ablösung des bisherigen Terminal-OPACs zu schließen.

Parallel dazu wurde der Schnittstellenauftrag modifiziert. Ab Mai 1996 waren wir endlich in der Lage zunächst offline über die Schnittstellen-Software Bibwork die seit September 1995 in PICA katalogisierten Daten in unser lokales System zu überführen und damit auch diese über eine thesaurusgestützte inhaltliche Recherche, die im HWWA bei weitem die Hauptrolle spielt, dem Benutzer zur Verfügung zu stellen.

Als Schnittstelle auf PICA-Seite dient dabei für die Datenübernahme zur Zeit die OPEN-IBW, während die Mitarbeiter/innen zur Zeit noch mit der IBW3 katalogisieren.

Die Online-Datenübernahme mit Hilfe von Bibwork ist seit ca. 6 Wochen realisiert, d.h. es wird in einem Multi-Session-Betrieb ein PICA-Datensatz aufgerufen, der mit Hilfe einer Programmtaste direkt ins BIS durch Konvertierung übernommen wird. Verknüpfte Sätze werden in einem Batch-Lauf abends in das BIS-System übernommen.

Problembeladen ist zur Zeit noch die direkte Titelaufnahme via BIBWORK ins PICA-System, die die Grundvoraussetzung für Erwerbungskatalogisierung ist. Die Schwierigkeiten einer vollen Funktionsfähigkeit liegen in der Open-IBW begründet, die zur Zeit nicht den gleichen Funktionsumfang besitzt wie die IBW3.

Nochmals: für die im März 1997 im HWWA geplante Bestellkatalogisierung muß hier auf PICA-Seite schnellstens - um es etwas banal zu formulieren - ein Schnittstellenangebot her, daß alle Funktionalitäten ausreichend unterstützt; dieses ist sicherlich nicht nur ein HWWA-spezifisches Problem, sondern auch für andere Bibliotheken mit anderen Lokalen Systemen von hoher Bedeutung;

Wir bitten deshalb den Verbund, in Zusammenarbeit zwischen unseremSchnittstellen-Lieferanten und der PICA-Stiftung hier so schnell wie möglich Lösungswege zu finden, die den Anforderungen einer optimalen Zusammenarbeit zwischen Verbund und ihren angeschlossenen Bibliotheken dient, und damit auch anderen nicht LBS3-Bibliotheken einen besseren Zugang zum Verbund ermöglicht.

Ein Nachsatz in eigener Sache: Das HWWA bietet seit diesem Monat seinen alphabetischen Katalog mit weit über 700.000 Titeleinträgen von Monographien, Zeitschriften und Zeitschriftenaufsätzen aus der Zeit von 1945-1987 als Image-Katalog online an. Wer daran Interesse hat, sich über Funktionsweise und Modalitäten dieses Image-Kataloges zu informieren, möge sich bitte an mich wenden. Der Katalog liegt auf 12 CD-ROM vor, die von uns auf eine 9-Gigabyte-Festplatte überspielt wurden und zur Zeit im HWWA-eigenen Netz recherchierbar sind. Es ist beabsichtigt, zum einen den Sacherschließungsbereich elektronisch lesefähig, zum anderen, diesen Katalogbereich auch internetfähig zu machen. Auch ein Vertrieb der CD-ROM, die vor allem für ostdeutsche Bibliotheken aufgrund des Nachweises ökonomischer Literatur der vergangenen 50 Jahre interessant sein könnte, ist geplant.

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