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Projekt „Prize Papers“

Das Projekt „Prize Papers“ ist in das von Bund und Ländern finanzierte Akademienprogramm aufgenommen worden.

Die Verbundzentrale des GBV (VZG) übernimmt ab 2018 die technische Entwicklung der Erfassungsdatenbank und des Portals des Projektes „Prize Papers“ (deutsch: Prisenpapiere) in Trägerschaft der Göttinger Akademie der Wissenschaften.

Die wissenschaftliche Durchführung des Projektes im derzeit größten geisteswissenschaftlichen Forschungsprogramm Deutschlands liegt bei der Universität Oldenburg unter Leitung der Oldenburger Historikerin Prof. Dr. Dagmar Freist. Ziel ist das Erfassen, Digitalisieren und Veröffentlichen der sogenannten Prize Papers – in Vergessenheit geratene Dokumente aus der "Frühen Neuzeit". Das Fördervolumen liegt bei 9,7 Millionen Euro, die Laufzeit beträgt 20 Jahre.

Die Prize Papers lagern in den Britischen Nationalarchiven in London. Die Papiere – darunter ungeöffnete Briefe, Tagebücher, Journale, Logbücher, Verwaltungsakten, Frachtlisten und weitere Dokumente – stammen aus der Zeit der Seekriege zwischen 1600 bis 1817. Bei Schiffskaperungen sicherten die Besatzer damals das gesamte Schriftgut an Bord, um vor Gericht beweisen zu können, dass das gekaperte Schiff und seine Waren tatsächlich feindlich waren. Nach den abgeschlossenen Prozessen vor dem Londoner High Court of Admiralty wurden die Papiere gemeinsam mit den Gerichtsakten im Tower gelagert – und schließlich vergessen. Zu Beginn des 20. Jahrhundert entdeckten Archivare den völlig unsortierten Bestand, ohne jedoch sein Potenzial zu erkennen. Ein systematisches Sichten und Sortieren begann erst im Jahr 2012, als Freist und ihr Team im Rahmen eines europäisch vernetzten Forschungsprojekts auf die Prize Papers stießen.

Die Aufnahme ins Akademieprogramm eröffnet dem Projekt die Möglichkeit in den kommenden 20 Jahren die Prize Papers zu sortieren, zu digitalisieren und der Forschung und Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Bestand umfasst mehr als drei Millionen Dokumente aus 28.000 Kaperungen u.a. von niederländischen, portugiesischen, italienischen, französischen und deutschen Schiffen. Er gilt als einzigartig in Vielfalt und Umfang. Die Abteilung Digitale Bibliothek der VZG wird in dem Projekt mit den Kooperationspartnern Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, den National Archives London und dem Deutschen Historischen Institut, London, zusammenarbeiten.

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