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Anwendungsrichtlinien zur Basisklassifikation

Allgemeine, fächerübergreifende Anwendungsrichtlinien

Anwendungsrichtlinien im Fach Geschichte (Hauptklasse 15)

Anwendungsrichtlinien in den philologischen Fächern (Hauptklassen 17 und 18)

Anwendungsrichtlinien im Fach Kunst (Hauptklasse 21)

Anwendungsrichtlinien im Fach Medizin (Hauptklasse 44)

Zur Basisklassifikation

Allgemeine, fächerübergreifende Anwendungsrichtlinien

  1. Die Basisklassifikation ist mit ca. 2.100 Klassen ein relativ grobes Klassifikationssystem. Nicht jeder Aspekt, der in einem Dokument behandelt wird, kann sich in einer eigenen Notation niederschlagen. In der Regel sollten ein bis zwei Notationen reichen. In Ausnahmefällen kann eine dritte Notation sinnvoll sein.
  2. Der Inhalt des gesamten Dokumentes wird so genau wie möglich in der Hauptklasse erschlossen, in die der Inhalt gehört. Die zu vergebenden Notationen sollten nur die wesentlichen Aspekte der zu klassifizierenden Publikation umfassen.
  3. Innerhalb einer Hauptklasse darf eine Notation nicht gleichzeitig mit einer ihr übergeordneten Notation vergeben werden.
    Beispiel:
    Ein Buch, das die Umweltbelastung durch Industrie, Verkehr und private Haushalte behandelt, erhält die übergeordnete BK-Notation 43.50 (Umweltbelastungen). Es dürfen nicht zusätzlich noch die untergeordneten Notationen 43.62 (Umweltbelastung durch Transport und Verkehr), 43.63 (Umweltbelastung durch Industrie, Bergbau und Energieerzeugung) und 43.66 (Umweltbelastung durch private Haushalte) vergeben werden.
  4. Die mit "Allgemeines" gekennzeichneten Notationen dürfen nur vergeben werden, wenn es sich bei der Publikation um eine Gesamtdarstellung des Faches handelt oder wesentliche Teile des Fachgebietes behandelt werden. Darunter fallen auch Sammelwerke, die verschiedene spezielle Aufsätze aus dem Gesamtgebiet enthalten. Die weiteren klassifikationsmäßig stark strukturierten Stellen zu Beginn einer Hauptklasse (z.B. "Geschichte", "Philosophie und Theorie", "Methoden und Techniken") sind primär für Gesamtdarstellungen gedacht. Sie können aber auch zusammen mit einer weiteren Notation der gleichen Hauptklasse vergeben werden, wenn die Publikation nur einen Teilaspekt des entsprechenden Fachgebietes behandelt
    Beispiel:
    Eine Veröffentlichung über die Geschichte der Medizin erhält die Notation:
    44.01 (Geschichte der Medizin)
    Ein Titel über ethische Fragen in der Psychiatrie erhält die Notationen:
    44.91 (Psychiatrie)
    44.02 (Philosophie und Theorie der Medizin)
  5. Die Stelle "Sonstiges" sollte nur nach sorgfältiger, ergebnisloser Prüfung verwendet werden, wenn der zu klassifizierende Titel an keiner anderen Stelle unterzubringen ist und keinen klassenübergreifenden Inhalt aufweist.
  6. Die zumeist auf 01-endenden Klassen für die Geschichte eines Fachgebietes werden auch für Biographien über einzelne Forscher dieses Fachgebiets vergeben. Sofern ein bestimmtes Fachgebiet betroffen ist, wird zusätzlich eine Notation für dieses Fach vergeben.
    Beispiel:
    Eine Biographie über Charles Darwin erhält die Notationen:
    42.21 (Evolution)
    42.01 (Geschichte der Biologie).
    Dies gilt auch für Abhandlungen zur Geschichte einzelner Teildisziplinen. Ein Dokument über die Geschichte der Bodenkunde erhält die Notationen:
    38.01 (Geschichte der Geowissenschaften)
    38.60 (Bodenkunde: Allgemeines)
  7. Die Aspekte Zeit und Form bleiben in der Basisklassifikation weitgehend unberücksichtigt. Sie werden außerhalb der BK durch ergänzende Sacherschließungselemente (Formschlagwort und Formcode / Zeitschlagwort und Zeitcode) beschrieben.
    Bei der klassifikatorischen Erschließung ist darauf zu achten, dass formale und inhaltliche Aspekte deutlich voneinander unterschieden werden und nur der Sachaspekt erfasst wird. So darf die Hauptklasse 01 (Allgemeines) nur für Literatur genutzt werden, die keinen fachlichen Bezug hat bzw. fachübergreifend ist. Die Hauptklasse 01 der BK darf nicht zur ergänzenden Erschließung des Formaspekts missbraucht werden.
    Beispiel:
    Ein Adressbuch über physikalische Forschungseinrichtungen erhält die Notation:
    33.04 (Ausbildung, Beruf, Organisationen )
    nicht aber die BK-Notation 01.24 (Adressbücher)
  8. Die auf 04-endenden Klassen "Ausbildung, Beruf, Organisationen" werden verwendet, um Literatur über die Ausbildung, über Berufe und Organisationen der jeweiligen Wissenschaftsgebiete zu erschließen. Dazu gehören auch fachbezogene Adressverzeichnisse und die Didaktiken der einzelnen Wissenschaftsgebiete.
    Schulbücher , Studienliteratur, Lehrbücher und Aufgabensammlungen werden jedoch nicht mit dieser Notation erschlossen. Sie erhalten die Notation des entsprechenden Faches. Die Tatsache, dass es sich bei einem Dokument um ein Schulbuch, ein Lehrbuch etc. handelt, schlägt sich nicht in der Notation nieder, sondern lediglich auf der Ebene der verbalen Erschließung in Formschlagwort und Dokumenttyp (Formcode).
    Beispiel:
    Ein Schulbuch über Anorganische Chemie für die Sekundarstufe II erhält die Notation:
    35.40 (Anorganische Chemie: Allgemeines).
  9. Für Statistiken gibt es ebenfalls keine eigene Klasse innerhalb der Basisklassifikation. Sie werden entsprechend dem Inhalt, der in dem Dokument statistisch dokumentiert wird, erschlossen. Auf der Ebene der verbalen Erschließung werden Statistiken mit dem Formschlagwort Statistik und dem Dokumenttyp (Formcode) sl versehen.
    Eine Statistik über einzelne Länder ohne weitere fachliche Eingrenzung wird den regionalen Klassen innerhalb der Hauptklasse 74 (Geographie) zugeordnet. Die Deutsche Bibliotheksstatistik erhält die Notation 06.30 (Bibliothekswesen, Dokumentationswesen: Allgemeines). Statistiken, die nur aus Wirtschaftsdaten bestehen, erhalten die Notation 83.30 (Wirtschaftsentwicklung, Wirtschaftsstruktur: Allgemeines). Bevölkerungsstatistiken werden bei 74.80 (Demographie) notiert. Historische Statistiken werden ihrem räumlichen oder zeitlichen Bezug entsprechend im Bereich der Hauptklasse 15 (Geschichte) erschlossen. Literatur über statistische Methodenlehre in der Sozialforschung erhält die Notation 70.03 (Methoden, Techniken und Organisation der sozialwissenschaftlichen Forschung). Statistische Methodenlehre in der Mathematik (Mathematische Statistik) wird mit der Notation 31.73 (Mathematische Statistik) erschlossen.
  10. Viele fachliche Gegenstände und Bereiche werden in der Basisklassifikation nicht (direkt) genannt. Auch kommt es vor, dass ein bestimmter Gegenstand nicht bei dem Fach aufgeführt wird, zu dem die Publikation gehört, sondern bei einem anderen Fach. Die Vergabe der Notation darf daher nicht auf der Basis des Registers erfolgen, sondern ausschließlich durch Prüfung der entsprechenden Notationsstelle, an der die gesamte relevante Information zu einer Systemstelle untergebracht ist.
    Beispiel:
    Ein Buch über die Anwendung von Satellitenaufnahmen zur Erkundung in der Archäologie erhält die BK-Notation 15.15 (Archäologie) und nicht die Stelle 38.03 (Methoden und Techniken der Geowissenschaften), auf die die Registerbegriffe "Fernerkundung" und "Satellitenbeobachtung" hinweisen.

 

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Anwendungsrichtlinien für die Basisklassifikation im Fach Geschichte
(Hauptklasse 15)

Historische Regionen werden nach Möglichkeit entsprechend den heutigen Staatsgrenzen zugeordnet.

Beispiel:
Literatur über das mittelalterliche Burgund erhält die Stelle 15.65 (Frankreich), wobei die außerhalb der heutigen französischen Staatsgrenzen liegenden Teile des damaligen Burgunds vernachlässigt werden.

Die Notationen 15.06-15.09 (Politische Geschichte, Kulturgeschichte, Sozialgeschichte, Wirtschaftsgeschichte) werden vergeben, wenn es sich um Literatur über die dort genannten Teildisziplinen handelt. Sie werden außerdem in Kombination mit den Regionalstellen 15.25-15.96 vergeben, wenn sich der Inhalt des zu erschließenden Dokuments den in 15.06-15.09 genannten Aspekten zuordnen lässt. Sobald mehr als zwei dieser Aspekte behandelt werden, wird nur die Notation für die Regionalstelle vergeben.

Beispiele:
Literatur zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Hildesheims erhält die Notationen 15.51, 15.08 und 15.09. Eine Aufsatzsammlung zur Geschichte Frankreichs, die sowohl die politische Geschichte als auch sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Aspekte behandelt, erhält nur die Notation 15.65.

Entsprechend kann bei Literatur, die durch die Klassen 11.50-11.58 (Kirchengeschichte) sowie 86.09 (Rechts- und Verfassungsgeschichte) erschlossen wird, zusätzlich eine der Regionalstellen 15.25-15.96 vergeben werden.

 

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Zur Hauptklasse 15

 

Anwendungsrichtlinien für die Basisklassifikation in den philologischen Fächern
(Hauptklassen 17 und 18)

Bei der Klassifikation philologischer Sachverhalte wird mit einer Kombination von Notationen der Hauptklassen 17 und 18 gearbeitet. In der Hauptklasse 18 wird die jeweilige Philologie bzw. der jeweilige Teilbereich einer Philologie, in der Hauptklasse 17 werden der betreffende Sachaspekt / die betreffenden Sachaspekte des zu klassifizierenden Dokuments notiert.

Eine Notation aus der Hauptklasse 17 wird immer zusammen mit einer Notation aus der Hauptklasse 18 vergeben.

Beispiele:

"Englische Dichtung von Hardy bis Larkin" 17.83 und 18.05
"Index onomasiologigique de atlas linguistique de la France" 17.57 und 18.22
"Das Todesmotiv in den Romanen der französischen Romantik" 17.81, 17.93 und 18.23
"Goethe. Gesammelte Werke" 17.97 und 18.10
"Syntaktische Strukturen der slowenischen Sprache" 17.52 und 18.64
"Sanskrit. Eine Auswahlbibliographie" 17.00 und 18.67

 

Eine Notation aus der Hauptklasse 18 wird zusammen mit einer Notation aus der Hauptklasse 17 vergeben. Zu beachten ist, dass für den Aspekt der "Sekundärliteratur zu literarischen Autoren" keine Notation im Bereich 17.XX existiert. Alle personenbezogene Sekundärliteratur erhält deshalb nur die Notation der Einzelphilologie insgesamt.

Beispiele:

"Schiller: Das literarische Werk" 18.10
"Ibsen: Eine Biographie" 18.17
"Zufall und Ordnung: zum Werk Stanislaw Lems" 18.58

 

Bei gattungsspezifischen oder motivgeschichtlichen Untersuchungen zu einem Autor kann zusätzlich auch eine Notation aus 17.XX vergeben werden.

Beispiele:

"Das Drama bei Goethe" 18.10 und 17.93
"Das Motiv der Homosexualität bei Thomas Mann" 18.10 und 17.93
"Das Bild der Frau in Federico Garcia Lorcas dramatischen Werken" 18.32, 17.82 und 17.93

 

Personenbezogene Literatur zu Fachwissenschaftler/innen erhält neben der entsprechenden 18.XX-Notation die zutreffende Fachnotation aus dem Bereich 17.XX.

Beispiel:

"Noam Chomsky. A biography" 18.00 und 17.51

 

Die Notation 18.00 (Einzelne Sprachen und Literaturen allgemein) wird vergeben, wenn die Notation aus 17.XX keiner Philologie zugeordnet werden kann, oder wenn ein Dokument einen Sachverhalt auf mehr als drei Philologien anwendet.

Beispiele:

"Die Transformationsgrammatik" 17.52 und 18.00
"Romantheorie" 17.81 und 18.00
"Zur Übersetzung englischer, japanischer, französischer und
russischer Fachtexte ins Deutsche"
17.45 und 18.00

 

Für belletristische Primärliteratur wird eine Notation aus der Hauptklasse 18 für die Sprache(n) und die Notation 17.97 für Texte und Textsammlungen eines einzelnen Autors oder 17.98 für Textsammlungen mehrerer Autoren vergeben. Es wird keine Notation für die literarische Gattung oder die Literaturkategorie (17.80-17.87) vergeben.

Beispiele:

"Falling sideways : a novel" 18.06 und 17.97
"A Casa Nostra : junge italienische Literatur" 18.27 und 17.98

 

Die Notationen 17.80-17.84 für literarische Gattungen und die Notation 17.87 für besondere Literaturkategorien werden ausschließlich für Sekundärliteratur zu den einzelnen Gattungen und Literaturkategorien verwendet.

 

Sprachwörterbücher werden folgendermaßen notiert:

Allgemeine Sprachwörterbücher:

Notation aus Hauptklasse 18 für die Sprache(n) und die Notation 17.06 (Sprachwissenschaft: Allgemeines)

Beispiel: "Wörterbuch Deutsch-Kurdisch"  -  18.09, 18.69 und 17.06

 

Spezielle Sprachwörterbücher (Synonymen-, Fremdwörterbücher u. ä.):

Notation aus Hauptklasse 18 für die Sprache(n) und die Notation 17.59 (Lexikologie)

Beispiel: "Wörterbuch deutscher Phraseologismen"  -  18.09 und 17.59

 

Fachliche Sprachwörterbücher:

Notation des Fachgebietes, Notation aus Hauptklasse 18 für die Sprachen und die Notation 17.59 (Lexikologie)

Beispiel: "Deutsch-Türkisches Wörterbuch der Informatik"  -  54.00 und 18.09, 18.87, 17.59

 

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Zur Hauptklasse 17 oder zur Hauptklasse 18

 

Anwendungsrichtlinien für die Basisklassifikation im Fach Kunst
(Hauptklasse 21)

Folgende Klassen sind nur für allgemeine Literatur über das jeweilige Thema zu vergeben:

21.00  Malerei: Allgemeines
21.20   Zeichnung: Allgemeines
21.30   Graphik: Allgemeines
21.40   Photographie: Allgemeines
21.50   Bildhauerei: Allgemeines

Sofern es bei der zu erschließenden Literatur überwiegend um einen bestimmten Zeitraum oder um einzelne Künstler/innen geht, müssen je nach Kunstform folgende Klassen verwendet werden:

21.02   Geschichte der Malerei
21.22   Geschichte der Zeichnung
21.32   Geschichte der Graphik
21.42   Geschichte der Photographie
21.52   Geschichte der Bildhauerei

Dies gilt auch für zeitgenössische Kunst und für zeitgenössische Künstler/innen.

 

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Zur Hauptklasse 21

 

Anwendungsrichtlinien für die Basisklassifikation im Fach Medizin
(Hauptklasse 44)

Im Bereich der Medizin können die Klassen 44.51 (Diagnostik) oder 44.52 (Therapie) als Zweitnotation vergeben werden.

Beispiel:
Der Titel "Herzdiagnostik in der Praxis" erhält die Notationen:
44.85 (Kardiologie, Angiologie) und
44.51 (Diagnostik)

Sofern sich eine klinische Disziplin Diagnose- und Therapiemethoden bedient, die eigentlich einer anderen Disziplin zuzuordnen sind, erhält das entsprechende Dokument die Notationen für beide Disziplinen.

Beispiel:
Der Titel "Herzinsuffizienz - neue chirurgische Behandlungsmethoden" erhält die Notationen:
44.85 (Kardiologie, Angiologie) und
44.65 (Chirurgie)

 

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Zur Hauptklasse 44

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